Entchristlichung der Gesellschaft als Thema im Jakobi-Treff "Kirche und Welt"

"Gesellschaft ohne Gott? Wie können die Kirchen damit umgehen?" war  das genaue Thema des Jakobi-Treffs "Kirche und Welt im April. Referent war Pfr. Ingo Neserke, Leiter des Amtes für missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).
 
Neserke erläuterte, wie Säkularisierung und Traditionsabbruch die Bedeutung des Glaubens in ganzen gesellschaftlichen Gruppen schwinden lassen. Die Frage, ob sie religiös erzogen seien, beantworteten in den Altersgruppen 16 bis 25 Jahre in den alten Bundesländern nur noch 30%, in den neuen Bundesländern sogar nur noch 10% der Bevölkerung mit "ja". 
 
Neserke nannte fünf Bereiche, in den sich der Wandel festmachen lasse:
 
- Die Bedeutung des Sonntags schwindet
- Beziehungen der Menschen untereinander und zu ihrem Umfeld sind weniger fest
- Kulturen wandeln sich und spalten sich in unterschiedliche Milieus auf 
- Das Wissen um Glaubensfragen schwindet 
- Die Menschen sehen sich mit einer Vielfalt an Spiritualität konfrontiert
 
Die Reaktionen der Kirche bestünden z.B. in einem vielfältigeren Angebot an Gottesdiensten, z.B. an anderen Orten oder zu anderen Zeiten,aber auch in neuer Konfi- und Jugendarbeit, die weniger das Vermitteln von Wissen, sondern das Erleben von Glauben in den Mittelpunkt stelle. Die Gemeindearbeit mit Geflüchteten stelle das Gemeinsame an Kirche heraus und auch Musik mache Gemeinde durch die Freude am Singen von Klassik bis Pop erlebbar.
 
Neserke untermauerte seine Vorschläge mit vielen persönlichen Beispielen und Erfahrungen. Am Ende stand das klare Fazit: Eine Gesellschaft ohne Gott wird es nicht geben, wenn die Kirche ihren Auftrag erfüllt.