Kreiskirchliche Visitation in der Kirchengemeinde Jakobi zu Rheine abgeschlossen

Nachbarschaft zu Mesum und Rheine-Johannes stärken und auch mal „Auszeit der Dankbarkeit nehmen“

Kreiskirchliche Visitation in der Kirchengemeinde Jakobi zu Rheine abgeschlossen

beim Pressetermin am 2. März

Eine ereignisreiche Woche mit vielen Begegnungen geht für die Ev. Kirchengemeinde Jakobi in Rheine zu Ende: Vom 24. Februar bis zum 1. März fand hier die kreiskirchliche Visitation statt.

Ein Expertenteam, bestehend aus Mitgliedern des Kreissynodalvorstands (KSV) und Fachleuten aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen sowie der Verwaltung des Kirchenkreises war in Gemeindegruppen zu Gast und führte eine Reihe ausführlicher Gespräche. Eröffnet wurde die Visitation mit zwei Gottesdiensten und zwei Gemeindeversammlungen in der Jakobi-Kirche und in der Samariter-Kirche im Ortsteil Mesum.

Das Visitatorenteam informierte sich über die Kirchenmusik, die Arbeit des Jugendzentrums, die Verwaltung, die Öffentlichkeitsarbeit, den gemeindeeigenen Friedhof, die Zusammenarbeit mit den Schulen und die ökumenischen Beziehungen in Rheine. Im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann wurde deutlich, dass die Stadt die Kirche als starken Partner vor Ort erlebt. Am Donnerstagabend wertete das Visitationsteam gemeinsam mit Superintendent André Ost die Ergebnisse aus und formulierte Empfehlungen an die Gemeinde. In einer sich anschließenden Presbyteriumssitzung wurden die Ergebnisse gemeinsam diskutiert.

Erste Ergebnisse der Visitation:

Die Kirchengemeinde ist sehr aktiv und hoch engagiert

Das Visitationsteam freut sich über eine sehr aktive, hoch engagierte Gemeinde mit starken sozialdiakonischen Akzenten (Kontakte zur Frauenberatungsstelle, Frauenhaus, Sozialberatung, Flüchtlingsarbeit) und einer gut funktionierenden Ökumene vor Ort. Auch die Kirchenmusik der Gemeinde bietet eine wunderbare Vielfalt und hat eine hohe Initiativkraft mit beachtlicher Konzertfrequenz. Das Visitationsteam empfiehlt, bei den Angeboten zukünftig noch vernetzter zu denken. Das hochengagierte System der Gemeinde ist jedoch äußerst fragil, weil das starke Engagement einiger weniger die Wahrnehmung täuscht. Der Ideenreichtum ist groß, es fehlt jedoch manchmal der Atem, das Angebot zu verstetigen. Das Visitationsteam rät der Gemeinde, sich auch mal eine Auszeit zu nehmen, um mit einem dankbaren Blick positiv wahrzunehmen, was bereits gut läuft.

Das Team empfiehlt, sich die Ziele der Gemeindeangebote bewusst zu machen, sich auf das Umsetzbare zu konzentrieren und mehr in Synergien zu denken.

Jugendzentrum ist ein starker Faktor in der Stadt

Das Jugendzentrum der Gemeinde ist mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern und einem breiten Themenangebot gut aufgestellt: Es bietet neben einem Jugendcafé auch Flüchtlingshilfe und Projektarbeit an den Schulen (zu Themen wie Mobbing oder Partnerschaft) an. Pro Jahr bildet es 40 Multiplikatoren an den Schulen aus. Das Problem: Die Kirchengemeinde nimmt diese Arbeit oft nicht als Gemeindearbeit wahr. Aus Sicht der Stadt und der Kooperationspartner ist die Arbeit des Jugendzentrums ein starker Faktor. Das Visitationsteam empfiehlt, die Arbeit des Jugendzentrums als sozialdiakonische Brücke der eigenen Identifikation zu entdecken.

„Tut Euch Ruhe an und klärt die Ziele ab“

Die Kirchengemeinde bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Gottesdienstformen an, die mit hohem Zeitaufwand vorbereitet werden. Das Visitationsteam rät, sich generell bei allen Gemeindeangeboten über die Zielrichtung zu verständigen. Bezüglich der Gottesdienste am Sonntagmorgen empfehlen die Visitatoren, diese zeitlich nacheinander stattfinden zu lassen. Derzeit finden beide Gottesdienste (Jakobi-Kirche und Samariter-Kirche Mesum) zeitgleich um 10 Uhr statt. Durch die Einführung eines zeitversetzten Beginns beider Gottesdienste besteht die Möglichkeit, die beiden Gemeindeteile noch besser aufeinander zu beziehen und mit den vorhandenen Ressourcen im Pfarrdienst schonender umzugehen.

Evangelisch in Rheine

Synergien durch mehr gemeinsames Tun mit der Nachbargemeinde Rheine-Johannes entwickeln

Das Visitationsteam hat in vielen Gesprächen mit Gemeindegruppen festgestellt, dass die Jakobi-Gemeinde stark positioniert ist. Das wird auch durch die starke Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde sichtbar. Doch bisher fehlt dafür oft das gemeinsame Bewusstsein.

Das Visitationsteam schlägt vor, dass die Gemeinde verstärkt Synergieeffekte mit der Nachbargemeinde Rheine-Johannes in den Blick nehmen und diese nutzen sollte. Dies könnte auch davon unbenommen geschehen, dass die Gemeinden unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Eine jährliche gemeinsame Presbyteriumssitzung beider Gemeinden sollte den Prozess des stärkeren Schulterschlusses voranbringen.

Text und Foto: Christine Fernkorn, Öffentlichkeitsarbeit Ev. Kirchenkreis Tecklenburg