Männertreff der Jakobi-Gemeinde auf Berlin-Tour

Trotz drängender Termine mit dem Finanzminister (der ja bekanntermaßen sehr ungeduldig sein kann) gab es noch Zeit für das obligatorische Besucherfoto mit MdB Jens Spahn (CDU).  
 
 
Diesmal waren auch die Frauen eingeladen: der Männertreff der Jakobi-Gemeinde machte einen dreitägigen Ausflug in die Bundeshauptstadt Berlin mit einem vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung stramm organisierten Programm.
 
Dazu gehörte natürlich eine Stadtrundfahrt mit Halt am Brandenburger Tor,  ergänzt um den  Besuch der Dauerausstellung „Tränenpalst“ am Bahnhof Friedrichstraße, die bei vielen Teilnehmer Erinnerungen an damalige Besuche in Ostberlin weckte.
 
Einen historischen Gegensatz bildete auf der einen Seite ein Besuch im  Detlev-Rohwedder-Haus in der Wilhelmstraße. Nach Anforderungen von Göring war das monumentale Bürogebäude 1935/36 als Sitz des Reichsluftfahrtministeriums errichtet worden und war seinerzeit mit 2000 Büroräumen das größte Bürogebäude Berlins, das auch im Bombenkrieg auf Berlin weitgehend verschont blieb. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde hier im Oktober 1949 die DDR gegründet und das Gebäude beherbergte mehrere Ministerien. Nach der Wende war es zunächst Hauptsitz der Treuhandanstalt, seit 1999 ist es Sitz des Bundesministeriums der Finanzen. 
 
Den Kontrast dazu bildete der Besuch des Paul-Löbe-Hauses neben dem Reichstagsgebäude gegenüber vom Kanzleramt, errichtet im Rahmen des Neubaus des Regierungsviertels von 1997 bis 2002. In 1700 Räumen sind hier die Funktionsbereiche untergebracht,  die für den reibungslosen Parlamentsbetrieb die Nähe zum Reichstagsgebäude erfordern: Neben Abgeordnetenbüros auch Sitzungssäle und die Sekretariate der verschiedenen Ausschüsse. Hier gab es auch ein Treffen mit MdB Jens Spahn (CDU), der dabei seinen ehemaligen Ausbilder bei der Westdeutschen Landesbank wiedertraf (die er im Übrigen heute als parlamentarischer Staatsekretär abwickeln muss). Spahn berichtete vom Politiker-Alltag in Berlin und wie Parlamentsarbeit, Ministerialarbeit und Wahlkreisarbeit koordiniert werden. Ergänzt wurde der Besuch im Regierungsviertel mit einer Besichtigung des Plenarsaales und dem Gang in die der Reichstagskuppel. 
 
Den Abschluss der Berlin-Tour bildeten ein Informationsgespräch in der CDU-Bundesgeschäftsstelle und eine Führung in der Stauffenberg-Gedenkstätte im Bendlerblock.  Der Bendlerblock in Berlin symbolisiert in besonderem Maße Licht und Schatten der jüngeren deutschen Militärgeschichte. Hier war nicht nur der Zweite Weltkrieg militärisch geplant worden, im Juli 1944 war hier auch der Staatsstreich gegen das Nationalsozialistische Regime gescheitert.  General Olbricht, Graf von Stauffenberg und weitere Widerständler waren noch in der Nacht im Innenhof des Gebäudes standrechtlich erschossen worden.
 
Vor der Heimreise gab es noch einen Rundgang durch das Nikolai-Viertel, den ältesten Teil von Berlin, der von der DRR lange Zeit vernachlässigt wurde. Erst zur 750-Jahrfeier 1987 versuchte die DDR aus dem damaligen Brachland ein attraktives und auch touristisch anziehendes Stadtviertel zu entwickeln, das heute durch eine Mischung aus wenigen restaurierten Gebäude und ansonsten durch zahlreiche Neubauten, teils mit historisierenden Fassaden, teils in angepasster industrieller Plattenbauweise besonderer Art gekennzeichnet ist. 
 
Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig:  Es war zwar anstrengend, aber auch hochinformativ und es gab viele Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Bundesrepublik.