Wandel der Bestattungskultur als Thema im Jakobi-Treff "Kirche und Welt"

„Zwischen Tradition und Innovation. Über den Wandel der Bestattungskultur -Soziologische Einblicke in die zeitgenössische Bestattungskulturlautete das genaue Thema des Jakobi-Treffs "Kirche und Welt" im November .
Referent war Matthias Meitzler, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen.
Er stellte dar, dass der Umgang mit dem Tod auch immer ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Veränderungen ist und Einflussfaktoren wie Säkularisierung,  Pragmatisierung, Mobilisierung,  Ökonomisierung und Pluralisierung auch vor der Bestattungskultur nicht halt machen und zu erheblichen Veränderungen führen.  
 
Neben den bekannten Bestattungsformen auf den Friedhöfen wie Wahlgräber, Reihengräber, Kolumbarien und Gemeinschaftsgräbern ging er auch auf alternative Bestattungsformen wie Baumbestattungen, Seebestattungen, Ascheverstreuung und häusliche Urnenaufbewahrung ein. Aber auch eher exotische Bestattungsformen wie Diamantbestattung, Promession (eine Art Gefriertrocknen) und Resomation (eine Art chemische Zersetzung mit  Kaliumhydroxyd) wurden vorgestellt.
 
Insgesamt machte Meitzler deutlich, das das deutliche Bestreben nach Individualisierung, der Ausbruch aus Traditionen und die Betonung von »Einzigartigkeit« das Friedhofswesen in Zukunft prägen werden. Mit zahlreichen Beispielen aus seinem Forschungsprojekt über Bestattungskultur konnte er seine Thesen untermauern.

Die zahlreichen Zuhörer dankten mit lang anhaltendem Beifall.